Mit Künstlicher Intelligenz gegen Antibiotikaresistenzen: Projektergebnisse veröffentlicht
Antibiotikaresistenzen stellen eine große gesellschaftliche, gesundheitspolitische und ökonomische Herausforderung dar. Künstliche Intelligenz (KI) soll zukünftig dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit von vorliegenden Resistenzen zu berechnen und damit die ärztliche Entscheidung in der Versorgung von Patientinnen und Patienten unterstützen.
Ziel des von 2020 bis 2024 durch das Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projektes KINBIOTICS war die Entwicklung eines KI-basierten Entscheidungsunterstützungssystems. Durch die Anwendung des Systems soll die Verordnung eines wirksamen, spezifischen, aber auch nebenwirkungsarmen Antibiotikums unterstützt und damit die Entstehung von Resistenzen reduziert werden. Beteiligt waren neben der Professur für Digital Public Health der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen die Technische Fakultät, die Fakultäten für Gesundheitswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften, die Medizinischen Fakultät OWL und des CeBiTec der Universität Bielefeld in Kooperation mit einem Konsortium aus Kliniken.
Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Dockweiler erarbeitete die Forschungsgruppe, bestehend aus Jessica Hafner, Stephan Krayter und Pinar Tokgöz, Faktoren für eine erfolgreiche und nutzer*innenorientierte Integration von KI-basierten Entscheidungsunterstützungssystemen in die klinische Praxis. Dafür wurden neben einer systematischen Literaturübersicht auch Interviews mit potenziellen Nutzer*innen sowie eine bundesweite Online-Erhebung mit Vertreter*innen der Krankenhausdirektorien zu Gelingensbedingungen durchgeführt. Die Ergebnisse des Teilprojektes, die ebenso in einschlägigen fachwissenschaftlichen Zeitschriften publiziert worden sind, bilden die Grundlage eines Leitfadens für die Praxis mit Empfehlungen für eine erfolgreiche sowie bedarf- und bedürfnissensible Implementierung von KI-basierten Entscheidungsunterstützungssystemen in der stationären Antibiotikatherapie.